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"Der richtige Umgang mit einer alternden Belegschaft"

Der richtige Umgang mit einer alternden Belegschaft

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Japan Markt - No. 06/2016

Published on ARQIS: (Mon) 19 Dec 2016

Der demografische Wandel in Japan stellt das Human Ressource Management vor eine Vielzahl neuer Herausforderungen. Gesetzesänderungen sollen Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer im Umgang mit diesen unterstützen und flexibler machen.

Es ist kein Geheimnis, dass Japan eine der am schnellsten alternden Gesellschaften der Welt ist. Einhergehend mit der traditionell hohen Lebenserwartung der Japaner stagniert die Geburtenrate seit langem auf einem niedrigen Niveau. Gemäß den Angaben des japanischen Ministeriums für Innere Angelegenheiten und Kommunikation sind bereits heute mehr als 30 Prozent der Frauen und fast 25 Prozent der Männer in Japan über 65 Jahre alt. Studien gehen davon aus, dass bereits im Jahr 2050 ca. 40 Prozent der japanischen Bevölkerung ein Alter von 65 Jahren überschritten haben werden.
Älter werdende Belegschaften stel- len Arbeitgeber vor neue Herausforderungen. Die japanische Regierung hat bereits vor einigen Jahren reagiert und das Änderungsgesetz zur Stabilisierung der Beschäftigung älterer Mitarbeiter erlassen, welches 2013 in Kraft getreten ist. Anfang 2017 kommen gesetzliche Änderungen des Pflegegesetzes hinzu, welche Arbeitnehmern die Pflege von älteren Familienangehörigen erleichtern sollen. Hinsichtlich des richtigen Umgangs mit älteren Arbeitnehmern ist es für HR-Manager wichtig, den derzeitigen Rechtsrahmen sowie die bevorstehenden gesetzlichen Änderungen vor allem im Bereich der Pflegezeit und die Rechtslage im Bereich des Renteneintrittsalters zu verstehen.

Angehörigenpflege für Berufstätige
Mit einer immer höheren Lebenserwartung steigt auch der Bedarf an Pflegeleistungen. Bereits nach bisheriger Rechtslage haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, im Falle der Pflegebedürftigkeit eines nahen Familienangehörigen eine vom Arbeitgeber nicht zu vergütende Pflegezeit von maximal 93 Tagen am Stück in Anspruch zu nehmen. Dennoch macht nur ein Bruchteil der grundsätzlich unter diese Regelungen fallenden Arbeitnehmer von diesem Recht Gebrauch. Neben der Angst vor möglichen Karriererückschlägen ist diese Situation nach der Einschätzung von Experten auch auf die mangelnde Flexi- bilität der derzeit noch geltenden Regelungen zurückzuführen.
Im Falle eines akuten Pflegefalles sehen sich Arbeitnehmer mit einer Reihe von Fragen konfrontiert: Soll die Pflegezeit bereits zu Beginn der Erkrankung in Anspruch genommen werden, obwohl eine noch dringendere Pflegebedürftigkeit zu einem späteren Zeitpunkt mehr als wahrscheinlich ist? Wer begleitet einen pflegebedürftigen Verwandten unter der Woche zu Arztterminen oder unterstützt Groß- oder Schwiegereltern, wenn diese nicht im selben Haushalt leben?

 

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